Gesundheits- und Leistungszentrum für Pferde Physiotherapeutische Praxis für Pferde (FN)
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Myofasciale Therapie

Myofasciale Therapie leitet sich von myo = Muskel und Fascien = Bindegewebshüllen ab.

 

Die myofasciale Therapie gehört zu den manuellen Therapieformen und ist eine Behandlungsmethode, die Bindegewebs-, Weichteil-, und Muskelenergietechniken kombiniert.

Fascien sind die Hüllen der Körperstrukturen. Ihre Funktion ist unter anderem die Gleitfähigkeit, zum Beispiel zweier Muskeln gegeneinander. Außerdem dienen Fascien der Nährstoffversorgung der Muskelzellen und der Informationsvermittlung an das Zentrale Nervensystem. Das myofasciale System ist also verantwortlich dafür, dass die Gelenkmechanik reibungslos funktioniert und dass das Pferd sich frei und koordiniert bewegen kann.


Kommt es zu Störungen im myofascialen System, zum Beispiel durch Verklebungen, kann dies zu Spannungen, Schmerzen,Bewegungseinschränkungen und Schwäche führen. Dementsprechend wird sich dann die Haltung und der Bewegungsablauf des Pferdes verändern. Die Folge sind Fehlbelastungen, verminderte Leistungsfähigkeit und übermäßiger Verschleiß. Da myofascíale Störungen sich meist schleichend aufbauen und zu Beginn vom Pferd kompensiert werden, werden diese Probleme oft erst spät erkannt.

Myofasciale Triggerpunkte sind Stellen in der Muskulatur, in denen Verspannungen zentralisiert sind. Es bildet sich ein stecknadelkopf- bis erbsengroßes Knötchen. Diese Bereiche sind schlecht durchblutet. Die Folge sind Einschränkungen im Stoffwechsel.

Myofasciale Schmerzen verstärken sich:

  • Wenn der Muskel belastet wird, also bei Anspannung des Muskels.

    • Vor allem in einer angenäherten Stellung

    • Vor allem nach längerer Ruhe

  • Bei Druckbelastung auf die Triggerpunkte

  • Durch Daueranspannung des Muskels (mangelnde Entspannungsfähigkeit)

  • Bei Bewegungsmangel

  • Bei kaltem und besonders feucht – kaltem Wetter

  • Bei Kaltanwendungen (Eispackungen...)

  • Falsch ausgeführte Dehnungen

  • Streß

In der Praxis kommt es leicht dazu, dass sich ein Schmerz-verstärkender Faktor zum anderen gesellt.

Beispiel: Pferd mit myofascialen Rückenbeschwerden:

Das Pferd steht mit in Ruhe leicht abgesenktem Rücken über Stunden in seiner Box. Also befindet sich die Rückenstreckmuskulatur in einer angenäherten Position.

Der Reiter legt den Sattel auf. Hier zeigt das Pferd meist die erste Abwehrreaktion, weil Druck auf die Muskulatur entsteht.

Dieser Druck verstärkt sich mit dem Gewicht des Reiters oder auch wenn der Sattel nicht gleichmäßig aufliegt.

Macht dann der Reiter dem Pferd noch Streß, weil es zum Beispiel verhalten vorwärts geht oder sich den Hilfen des Reiters widersetzt, verstärken sich die Spannungen und der Schmerz.

Ursache der reiterlichen Probleme ist in diesem Fall nicht der Unwille des Pferdes sondern ein myofasciales Schmerzsyndrom.

Bei Nichtbeachtung über längere Zeit entsteht nicht selten eine chronische Myopathie oder ein akutes muskuläres tying up.


Auch beobachten viele Reiter, dass Ihre Pferde bei naß-kaltem Wetter in Ihrer Beweglichkeit eingeschränkter sind. Der Gang fühlt sich steif an. Nicht immer sind gelenkige Beschwerden die Ursache.

 

Myofascialer Schmerz wird verringert durch

  • Ruhe und Pause zur Regeneration

  • Ausreichend Bewegung ohne Belastung

  • Wärme, v.a. feucht warme Anwendungen (z.B. die heiße Rolle)

  • Myofasciale Therapie

  • Fachgerechtes Dehnen

Weist der breite Rückenmuskel, M. latissimus dorsi eine funktionelle Störung auf und ist verspannt, zieht der Muskel über seinen Ursprung, die Fascia thorakolumbalis den Rücken nach unten. Reiterlich gesehen ist es dann für das Pferd schwierig "über den Rücken zu gehen".

Auch bei falsch ausgeführten Dehnungen der Vorhand passiert es, dass der Rücken auf diese Weise nach unten gezogen wird. Leider wird diese Art der Dehnung in Zeitschriften, Büchern usw. immer wieder demonstriert und Pferdebesitzer und Reiter führen sie nach dieser Anleitung durch.

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